15. Dezember 2020

Stiftung Dialogstark!

Schon junge Erwachsene sind heute nicht selten von psychosomatischen Beschwerden, dem Gefühl der Überforderung oder Erschöpfung betroffen. Die Stiftung Dialogstark! widmet sich dem Phänomen, das nicht nur persönliche Konsequenzen nach sich zieht, sondern auch Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Miteinander hat. Häufig fällt es Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf schwer, das Leben nach den eigenen Stärken und Wünschen auszurichten und Lebensentscheidungen zu treffen, die ihrem Wesen entsprechen. Die Stiftung Dialogstark! möchte junge Menschen bei ihrer Entwicklung zu dialogfähigen Persönlichkeiten unterstützen, helfen Blockaden zu überwinden und die eigene Berufung zu finden.

„Als Ausbildungsbetrieb erleben wir es immer wieder, dass sich unser Berufsnachwuchs auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere selbst im Weg steht, Potentiale nicht voll ausschöpft oder an Widerständen scheitert. Dass junge Erwachsene die Möglichkeit bekommen, in den Dialog zu gehen, um herauszufinden, was sie wirklich wollen, und daraus die Kraft und die Stärke schöpfen, ganz unverfälscht ihre beruflichen und privaten Ziele zu definieren – das hat mich begeistert, mich für die Stiftung einzusetzen“, sagt Nicolai Voß, „Aus diesem Grunde haben sich unsere Unternehmen Otto Gerber GmbH und Zerck Malereibetrieb GmbH entschieden, die Arbeit der Stiftung Dialogstark! finanziell zu unterstützen.

Alexander Bommes, TV-Moderator und Botschafter der Stiftung Dialogstark!, erklärt uns im Interview, welche Ziele die Stiftung verfolgt und was jeder einzelne von uns für ein besseres Miteinander tun kann.

Interview: Im Gespräch mit Alexander Bommes

 

„Ich wünsche mir, dass Jungerwachsene sich außerhalb der Komfortzone um ihre Stärken aber auch um ihre blinden Flecken kümmern.“

 

Lieber Herr Bommes, Sie sind ein Botschafter der Stiftung Dialogstark!. Was hat Sie dazu bewegt, sich für die Stiftung einzusetzen?

Alexander Bommes: Ich bin durch das Dialogprinzip der Stiftungsgründerin Dr. Mirriam Prieß aufmerksam geworden. Es hat mich interessiert und in seiner Klarheit so überzeugt, dass ich mich gerne bei der Umsetzung und konkret bei den Angeboten für die sog. „junge Zielgruppe“ engagieren wollte.

 

Was ist der Kern der Stiftung und welches Angebot bietet sie?

A.B.: Kern der Stiftung ist es, den 17-25jährigen die Möglichkeit zu geben, sich rechtzeitig im Leben die richtigen Fragen zu stellen. So rechtzeitig, dass sie dann die wichtigen persönlichen und beruflichen Entscheidungen auf einem guten Fundament treffen, ihrem wirklichen Wesen entsprechend. Dafür wird es mehrere Angebote geben.  Entsprechende Workshops und Initiativen beispielsweise. Dazu ein Mentoringprogramm, das gerade startet. Geplant ist zusätzlich, jeder und jedem Jungerwachsenen 5 Stunden persönliches Coaching nach dem Dialogprinzip zur Verfügung zu stellen. Das sind große Ziele, aber so können wir auch Großes erreichen, nämlich eine neue Kultur des Gesunden und des Miteinanders.

 

Was bedeutet für Sie Dialogfähigkeit?

A.B.: Sich für sich selbst und andere zu interessieren und zu öffnen, um sich und andere dann zu verstehen und zu respektieren. So gelingt dann auch die von vielen ersehnte Augenhöhe. Das sind Merkmale, die häufig schnell abgenickt werden. Wir sehen aber in der Gesellschaft, wieviel Erschöpfung und Kampf stattfindet. Daher ist eine tiefere Auseinandersetzung dringend notwendig.

 

Die Stiftung steht noch am Anfang ihrer Tätigkeit. Glauben Sie, dass es gerade jetzt in der Corona-Zeit besonderen Bedarf an den Angeboten der Stiftung gibt?

A.B.: Absolut. Diese Krise bringt alle an die persönlichen Grenzen. Umso wichtiger, wenn man weiß, wo diese liegen!

 

Glauben Sie, dass es möglich ist, durch die Stiftungsangebote nicht nur die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen zu unterstützen, sondern auch gesellschaftliche Strukturen zu verbessern?

A.B.: Ich bin fest davon überzeugt, und das ist auch das große Ziel. Die Rechnung ist ja ganz einfach. Je größer und schneller die Bewegung, desto größer ist die Chance auf eine neue Kultur in der Zukunft. In Familien, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft oder Sport. Überall dort, wo dann hoffentlich Entscheidungen auf gesunder Basis getroffen werden. Es wird aber sicherlich ein langer Weg, der hohe Bereitschaft und Konsequenz erfordert.

 

Wenn man davon ausgeht, dass gerade die Berufsfindung oder besser gesagt die Findung der eigenen Berufung bei jungen Erwachsenen zu vielen Zweifeln und Unsicherheiten führt, gab es  rückblickend auf Ihren persönlichen Werdegang einen Punkt, an dem Sie sich eine Unterstützung durch einen Coach gewünscht hätten?

A.B.: Da gab es viele Momente. Ich hätte beispielsweise in meiner Handballkarriere mehr erreichen können, hätte ich mich nicht so unter Druck gesetzt. Ich wünsche mir auch aus eigener Erfahrung wirklich, dass die Jungerwachsenen das Angebot annehmen, sich außerhalb der berühmt berüchtigten Komfortzone um ihre Stärken aber auch um ihre blinden Flecken zu kümmern.

 

Lieber Herr Bommes, wir danken Ihnen sehr für das sympathische Interview und wünschen der Stiftung Dialogstark! eine erfolgreiche Arbeit!
Mehr über das Stiftungsangebot erfahren Sie hier.

Foto: Thomas Leidig